Der Lechweg ist ein grossartiger Etappen-Wanderweg, auf dem Du vom Formarinsee bis Füssen rund 125 Kilometer zurücklegst.

Dabei geht es insgesamt gut 4200 Meter rauf und über 5300 Meter runter.

1. Etappe: Formarinsee – Lech

14km, 195m rauf, 629m runter (*)

*ich habe die Distanz-und Höhenmeter-Angaben übernommen von «Am Lechweg: Von Lech nach Füssen in 6 Tagen».

Hier geht’s los! Der Formarinsee.
Der Lech ist auf seinen ersten paar Kilometern ein sanft dahin plätschernder Bergbach.
Eine erste, kleine «Lech-Schleife».
Diese Bach kann kein Wässerchen trüben. Es ist schwer vorzustellen, mit welche Gewalt der Lech hundert Kilometer weiter unten daherkommt …


Zwischenstopp im Gasthaus «Älpele» mit einem Weizen, von dem ich noch nie gehört habe. Bei «Huber» denke ich natürlich als Erstes an meinen Besuch bei der gleichnamigen Brauerei in St. Johann im Tirol. Aber ok … in Lech sind wir noch nicht im Tirol, sondern im Vorarlberg, was die Bevorzugung einer deutschen Brauerei erklären könnte.
Jedenfalls rünnt «das Weissbier mit dem Eisbären» sauber runter. Es sei eine ganz besonders feine und aromatische Erfrischung, verrät die Homepage des Gräflichen Hofbrauhaus Freising – und das stimmt. Eher wenig Banane, dafür knackig und mit einer Spur Hopfen.
In Lech gehe ich direkt zu Clemens Walch, der vor fünf Jahren in der ehemaligen Backstube seines Hotel «Gotthard» eine kleine, feine Brauerei eingerichtet hat.

Wer sich intensiver für Brauereien und die Personen dahinter interessiert, findet auf dieser Homepage um die 100 Brauereibesuche, die ich bereits gemacht habe.

Auf der Terrasse im Lokal gegenüber gönne ich mir zu den letzten Sonnenstrahlen noch ein Helles von Fohrenburger, einer Vorarlberger Brauerei, die seit 2019 zur Brau Union gehört. Biere aus diesem grössten Brauereiunternehmen Österreichs unter der Dachorganisation von Heineken werden mich die nächsten Tage bis Füssen verfolgen.

2. Etappe: Lech – Warth – Steeg

25km, 933m hoch, 1335m runter

Auf dem zweiten Abschnitt des Lechwegs drängelt sich der Fluss immer wieder durch Canyons und entzückt mit tollen Schleifen.
Der Lech kurz vor dem Aufstieg nach Warth.
Beim Dorfeingang zieht es mich in die Wäldermetzge. Dort gibt es im Kaisersemmel eingeklemmte Leberkäs-Scheiben – ein Klassiker in Österreich – und Bier aus dem Bregenzerwald.
Die Abendsonne taucht den Lech, der kurz vor Steeg immer noch Bergbach sein will, in ein mystisches Licht.
In Steeg habe ich zum ersten Mal Kontakt mit einem Bier, um das man im Tiroler Lechtal kaum herumkommt: Kaiser Bier. «Kaiser Bier. Hast ein Kaiser – bist ein Kaiser.»
Ja, gut. Aber bissel langweilig ist das schon …
Eine Ausnahme vom «Kaiser» macht die Dorfstube am Hallenbad. Hier gibt es Fohrenburger. Die Vorarlberger (!) Brauerei ist zwar auch Brau Union – aber das dunkle Bier ist eine Wohltat.

3. Etappe: Steeg – Elbigenalp

17.5km, 880m hoch, 922m runter

Immer wieder speisen Bäche den Lech mit mehr Wasser, wie hier der Hägerauer Wasserfall kurz nach Steeg.
Unaufgeregt sucht sich der immer noch kleine Fluss weiter seinen Weg durchs Tal.
Wesentlich aufregender ist die 200 Meter lange Hängebrücke bei Holzgau, die das Tal des Höhenbachs überspannt.
Allen Unkenrufen zum trotz, hält die Trattoria Traube Stockach der Brau Union nicht 100 Prozent die Treue. Daumen hoch für dieses Weizen!

4. Etappe: Elbigenalp – Stanzach

21km, 786m hoch, 887m runter

Blick zurück Richtung Elbigenalp: Der Lech deutet zurückhaltend an, wie er in Etappe 5 daherkommen wird.
Heute gibt’s den ganzen Tag nicht nur Wasser im Lech, sondern auch von oben – und keine trockenen Bänke oder Kneipen am Weg. Jetzt kommt die Not-Ration zum Zug: Egger Märzen. Brauerei Egger aus St.Pölten, nicht zu verwechseln mit Egger in Etappe 2.

5. Etappe: Stanzach – Wängle

20km, 328m hoch, 325m runter

Das Lechtal wird breiter, vor allem aber auch der Fluss, der nach dem gestrigen Regentag ordentlich Wasser führt.
Im Gegensatz zu anderen Tälern mit begradigten Flüssen, zum Beispiel dem Rheintal, hat der Lech fast allen Platz des Tals.
Renaturierungs-Massnahmen erlauben dem Lech, sich seine ganz eigenen Wege zu suchen.
Mond-Landschaft? Nein: Lech-Landschaft, die immer wieder neu entsteht.
Sandbänke und Auen am Lech.



6. Etappe: Wängle – Füssen

24.5km, 1103m hoch, 1245m runter

Endspurt. Von Wängle führt der Weg rund 300 Meter hoch. Von hier oben sieht man gut, dass ab nun der Lech nicht mehr ganz so viele Freiheiten hat, wie noch wenige Kilometer weiter talaufwärts.
Der Flusslauf ist wieder kontrolliert, mutet aber dennoch natürlich an.
Ausblick vom Vogelbeobachtungsturm Pflach.
Nach einem weiteren Aufstieg der Alpsee. Und dieses Schloss. Damit ich diesen kitschigen Touristenmagnet auch noch fotografiert habe.
Nach 125 Kilometer am Ziel: Der Lech-Fall, ein etwa zwölf Meter hohes, in ganzer Breite überströmtes Stauwehr am südlichen Stadtrand von Füssen.
Nach dem Fall folgt die kurze, aber tief eingeschnittene Klamm.
Oh! Guter Hinweis. Ich wäre sonst noch in Versuchung gekommen.


In der Kneipe neben dem Lech-Fall: Ein echtes Helles, ganz ohne Kaiser. Oh! Ich bin ja in Deutschland!
Ein paar hundert Meter weiter unten bei der Brücke zur Altstadt von Füssen nimmt die Biervielfalt im Vergleich zu den Tagen davor beinahe beängstigende Ausmasse an.
Die von der Schiffwirtschaft sind in diesem Moment meine HeldInnen.
Der Blick auf den Lech und die zurückgelegten Kilometer ist grandios …
… und wird mit der untergehenden Sonne immer grandioser.