So wurde der Samichlaus Österreicher

Der Samichlaus war einst Zürcher, denn es war die in der Stadt ansässige Hürlimann-Brauerei, die in den 1970er und 80er-Jahren das stärkste Lagerbier der Welt produzierte. Das „Samichlaus“ wurde nur einmal im Jahr am 6. Dezember gebraut, danach hiess es: „Es hat, solange es hat“. Begehrt war der „Samichlaus“ bei Bierliebhabern auf der ganzen Welt.

Als Hürlimann 1996 mit Feldschlösschen fusionierte, war der Samichlaus im Weg. Zu klein die Menge, zu speziell das Bier, die Zeiten standen auf Masse statt Klasse und die Rheinfelder Brauer hatten deshalb kein Interesse, das Bier weiterzuführen. Da gab ein amerikanischer Getränke-Importeur einer österreichischen Brauerei den Tipp, dass der Samichlaus „zu haben sei“. Die Schlossbrauerei Eggenberg etwa eine Autostunde östlich von Salzburg schlug zu und übernahm die Markenrechte.

Seither ist der Samichlaus Österreicher, der seinen Namen behalten durfte, denn das „Samichlaus“-Bier heisst nicht etwa „Nikolaus“.

Aussprechen können die meisten Einheimischen das Wort aber nicht, sie sagen „Stanislaus“, erklärt Brauerei-Chef Hubert Stöhr schmunzelnd, dieses Wort sei offenbar im österreichischen Wortschatz stärker vorhanden.

Chancen, dass das edle Jahrgangsbier einst wieder an seinem Geburtsort gebraut wird, gibt es nicht: Das Rezept ist gut verwahrt und eingeschlossen in einem schönen Gewölbekeller, wo auch die Samichlaus-Jahrgangsbiere lagern. Den Schlüssel dazu hat nur der Chef Hubert Stöhr.

 


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