Für die Brauereien war das Bierkartell eine Sternstunde, denn es sorgte für einen stetigen Umsatz. Konkurrenz gab es kaum – die Absatzgebiete waren sauber aufgeteilt. Dort, wo es dennoch Reibereien gab, weil das Gebiet zu klein war, wurde einfach mit Geld nachgeholfen.

So tat es Hürlimann. Die Inhaber kauften 1984 die andere grosse Zürcher Brauerei, die Löwenbräu. Doch das Ende des Bierkartells näherte sich. 1991 war Schluss und der Druck auf die ehemals geschützten Brau-Werkstätten nahm zu. Die Familie Hürlimann hatte sich bereits zwei Jahre zuvor aus dem Betrieb zurückgezogen. 1996 übernahm Feldschlösschen und legte ein Jahr später den Betrieb still.

Bier von Hürlimann gibt es keines mehr, dafür kann man in einer Wellness-Oase in jenem Mineralwasser baden, das die Brauer einst für das Maischen verwendet haben.

Die weitere Umnutzung des Brauerei-Areals brachte ansonsten das, was meistens kommt: Shopping, Freizeit, Wohnungen und Büros. In einigen davon tüfteln Programmierer von Google an neuen Anwendungen oder bringen Google Maps noch mehr Möglichkeiten bei.

In Böblingen lebt Hürlimann bei der Schönbuch Braumanufaktur weiter. Chef Werner Dinkelaker hat für sein Brauhaus eine ehemalige Kupfer-Sudpfanne erworben. Genial! Zürcher Brauereigeschichte als Dekoration im Gasthof einer ebenso geschichtsträchtigen Familien-Brauerei.

Kategorien: Bierdeckel

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